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WORTE DES LEBENS für Januar 2007 (Textversion)
* Seite 1.
Der Geist Christi
UM RÖM 8,9 U.10 VERSTEHEN ZU KÖNNEN, MÜSSEN WIR ANFANGEN MIT RÖM 8,5-6: " (5) DENN DIE DA FLEISCHLICH SIND, DIE SIND FLEISCHLICH GESINNT; DIE ABER GEISTLICH SIND, DIE SIND GEISTLICH GESINNT. (6) ABER FLEISCHLICH GESINNT SEIN IST DER TOD, UND GEISTLICH GESINNT SEIN IST LEBEN UND FRIEDE."
"Fleischlich" und "geistlich", diese Gegen-überstellung will nicht die Menschen in zwei Gruppen teilen; vielmehr sind damit zwei Seinsweisen gekennzeichnet. "Fleischlich sein" heißt "leben gemäß dem, was das Fleisch zur Verfügung stellt", ist Leben unter der Bedingung des alten Äons, ist das Leben des Unerlösten. Wer so fleischlich ist, der ist "fleischlich gesinnt". Das griechische Wort ist deutlicher mit "sich im Denken und Wollen ausrichten" wiederzugeben. Der Mensch im Fleisch ist in seinem Denken, Wollen und Handeln letztlich auf den Tod ausgerichtet. Obwohl nun schon mehrfach gehört, erschrickt man immer wieder vor dieser Schärfe (vgl. Röm 6,21). Der Mensch, der geistlich ist, der gemäß dem Geist Gottes lebt, ist in seinem ganzen Streben auf "Leben und Frieden" ausgerichtet (vgl. Gal 6,8). Beide Seinsweisen sind auch zwei bleibende Möglichkeiten. Die Fronten verlaufen nicht zwischen Menschengruppen, sondern auch in mir. Der Christ ist aufgerufen, als geistlicher Mensch nach Geistlichem zu trachten und sich nicht für fleischliche Ziele missbrauchen zu lassen. Wie viel in unserem Streben, Wollen und Handeln ist durchaus fromm, religiös und letztlich doch fleischlich, mich selbst meinend? Wir dürfen um dieses geistliche Gesinntsein beten und bitten, dass Gott unseren Eigenwillen mit der Gabe seines Geistes überwindet.
Röm 8,7-9: " (7) Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft wider Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht. (8) Die aber fleischlich gesinnt sind, können Gott nicht gefallen."
Die ganze Wirksamkeit und Tätigkeit des fleischlichen Menschen ist "Feindschaft wider Gott", unwillig und unfähig, sich dem Gesetz Gottes zu unterstellen. Die Feindschaft gegen Gott drückt sich eben darin aus, dass sich der Mensch dem Gesetz Gottes nicht unterordnet, und diese Feindschaft verfestigt sich so, dass er das auch gar nicht mehr kann, selbst wenn er wollte. Weiter kann die Kluft zwischen Geist und Fleisch nicht sein. Das Ebenbild und Gegenüber Gottes (vgl. 1. Mo 1,27) ist zum Feind Gottes geworden und will es auch sein (vgl. Röm 5,10; auch Ps 37,20; Eph 2,14.16; Phil 3,18; Kol 1,21; Jak 4,4).
** Wer also sein Leben nach den Möglichkeiten und Maßstäben des Fleisches führt, kann "Gott nicht gefallen". In deutlichster Klarheit wird von Paulus noch einmal vor dem Weg unter dem Gesetz, dem Weg im Fleisch, gewarnt. Man sucht mit aller Anstrengung Gott zu gefallen; gerade das aber geht nicht.
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* Seite 2.
Das Wohlgefallen Gottes wird über die ausgerufen, die seinen Sohn Jesus Christus annehmen und sich selbst loslassen (vgl. Ps 51,19.21; Jer 6,20; Hos 8,13; Hos 9,4; Joh 8,49; 1. Thess 2,15; Hebr 11,6; Hebr 13,16).
Röm 8,9: "Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, da ja Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein."
Jetzt wird die Gemeinde in Rom wieder ganz gezielt angeredet und die Grundlage ihres neuen Seins herausgehoben. Sie ist "nicht fleischlich, sondern geistlich, da ja Gottes Geist in euch wohnt". Sie sind frei gemacht, die Gerechtigkeit ist in ihnen geschehen, sie wandeln im Geist (vgl. V. 2.4).
Das aber ist die Feststellung: Der Geist Gottes wohnt in euch. So spricht die Gewissheit des Glaubens, der vertrauende, zupackende, Jesus bewusste Christ. Ohne Wenn und Aber, ohne Einschränkung und vielleicht - wen Jesus Christus frei gemacht hat - der hat den Geist Gottes.
Kommt nicht viel Not, viel Selbstzweifel und viel fehlende Vollmacht bei uns Christen von unseren vielen Vielleicht gerade bei der Frage, ob ich den Heiligen Geist habe?
Der Christ hat den Heiligen Geist - das ist eine objektive Feststellung, ganz unabhängig von seinen Gefühlen und Gedanken.
Anders gibt es kein Christsein. Christen haben den Geist; wir sollten uns entschlossener, vertrauender und zugreifender glaubend auf diesen Boden stellen
(vgl. Mt 12,18; Mk 13,11; Lk 11,13; Lk 12,12; Joh 3,5f.; Joh 20,22; Apg 2,4; Röm 8,11; 1. Kor 2,12; 1. Kor 3,16; 1. Kor 6,19; 1. Kor 12,3; 2. Kor 1,22; 2. Kor 4,13; Gal 3,3.5. 14; Gal 4,6; Eph 1,13; Phil 1,27; 1. Thess 1,5f.; 1. Thess 4,8; Tit 3,5; 1. Joh 4,1-6; Hebr 6,4).
Gottes Geist "wohnt" in uns, er ist bei uns daheim; wir sind sein Haus. So klar dies gilt, so klar ist auch der Entgegengesetzte Satz: "Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein." Gottes Geist ist identisch mit Christi Geist, denn der Vater und der Sohn "sind eins" (Joh 10,30). Wer nicht in Christus Jesus ist, nicht aus seiner Gnade lebt, hat auch den Geist Christi nicht und gehört nicht zu ihm.
Röm 8,10: "Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen." Weil dies gilt und wir den Geist haben - und der Geist Christi und Christus sind untrennbar -, kann Paulus auch sagen: "Christus ist in euch". Dann gilt auch: Der Leib ist "tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen". Auch der Christ, in dem Christus wohnt, ist noch durch die Leiblichkeit bestimmt.
Christen leben in dieser Welt, sogar unter ihren Gegebenheiten, und ihr Herr sendet sie ausdrücklich hinein "in die Welt" (Joh 17,16.18; auch Joh 16,33; Joh 17,14f.).
Aber die leiblichen Gegebenheiten können sie nicht mehr beherrschen. Der Leib ist tot - so drastisch redet Paulus. Zwar leiden wir am Leibe - eben um der Sünde willen, sie hat durch die Prägung zum Tod Ansatzpunkte im Leib -, aber "tot" heißt: Vom Leib aus kann keine Herrschaft mehr über mich ausgeübt werden, denn unser Geist "ist Leben", die Gerechtigkeit Gottes ist uns zugesprochen.
Gottes "Neuheit" mit uns setzt an unserem "Geist", an unserem Innern, an unserem Wollen, Trachten, Denken, Fühlen und Begehren an. Unser Wille wird mit Gottes Willen eins, unser Trachten geht nach dem, was Gottes ist, unser Denken öffnet sich seinem heilsamen Wort, unser Fühlen wird als tätige Liebe aktiv, und unser Begehren richtet sich auf die Gemeinschaft mit dem Herrn. Oft überdeckt unser Todesleib in seinem Sterben dieses Leben aus Gott. Noch stehen wir Christen nicht ungeteilt vor Gott, noch sehnen wir uns nach dem Herrlichkeitsleib, wie ihn der Auferstandene hat. Dann, wenn der geistliche, der himmlische Leib uns geschenkt sein wird, dann, in der Auferstehung, wird vollkommener Dienst ermöglicht sein.
Nicht um die Abwertung und Verachtung des Leibes geht es aber, sondern um die nüchterne Einschätzung unserer Leiblichkeit im Lichte des Evangeliums. Für viele heute ist die Gesundheit, das Fithalten des Körpers zum modernen Götzen geworden. Sie verschreiben sich damit dem Fleisch, dem Vergänglichen, und pflegen das dem Tod Verfallende. Kinder Gottes pflegen den Leib nicht so, dass sie seinen Begierden verfallen (Röm 13,14).
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* Seite 3.
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<O><O><O><O> AMEN!