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WORTE DES LEBENS für November 2006 (Textversion)



* Seite 1.

Die zweifache Verantwortung

Das Christsein hat zwei Seiten, erstens eine ganz persönliche und zweitens eine öffentliche. Beide sind untrennbar miteinander verbunden.
Es stimmt also dann irgendetwas in einem Glaubensleben nicht, wenn es an einer von beiden fehlt. Diesmal wollen wir


* Die öffentliche Seite

des Christseins etwas näher betrachten. Sie besteht zunächst einmal darin, dass man sich an eine solche Gemeinschaft der Christen anschließt, die selig werden will.

Das war ursprünglich nicht so einfach. Etwa um das Jahr 300 n.Chr. erließ Kaiser Diokletian ein Dekret, wonach jeder, der will, Christ werden darf. Allerdings dürfen die Christen keine Versammlungen mehr abhalten. Dieses war ihnen, unter Androhung der Todesstrafe, verboten. Die Ältesten der damaligen Christenheit traten zu sammen, berieten und stellten fest, dass Beten, Singen, Hören, Predigen, Opfern und „Gemeinschaft haben“ zum Christsein gehört. Sie machten also weiter. Durch diesen Ungehorsam wurden sie zu Staatsfeinden erklärt. Die Folge war eine der schlimmsten und grausamsten Christenverfolgungen.

Trotz allem, die Christen von damals haben mit ihrer Widersetzung des kaiserlichen Dekrets recht gehabt. Sie haben sich an das gehalten, was in der Bibel steht: „..lasst uns aufeinander Acht haben,um uns zur Liebe und zu guten Werken anzureizen, indem wir unsere Versammlungen nicht versäumen,...sondern einander ermuntern, und... “ (Hebr 10,24-25).

Es gibt viele Möglichkeiten, Anschluss zu finden: Kirchen, freie Gemeinden, Hausbibelkreise, Gemeinschaftsbewegungen, Jugend- oder Seniorenkreise usw. Wichtig ist es dahin zugehen, wo wirklich verkündet und vom Heiland gesprochen wird und wo man sich geistlich zuhause fühlt. Denn das Christsein verkümmert in den Menschen, die nicht teilhaben an der Versammlung der Christen. Und zum rechten Zusammenkommen von Christen gehören immer Lobpreis, Hören, Beten und Opfern, alles in der Gemeinschaft der Heiligen. Seit den Urchristen sind das feste Bestandteile des gelebten Glaubens.



Im vorhergehenden Teil (Die private Seite des Christseins) habe ich von einem, mir bisher unbekannten Verlangen geschrieben:„Jesus kam in mein Leben und ich hatte plötzlich den brennenden Wunsch, Menschen vor dem Verderben zu warnen!“

Danach hat jeder Mensch, der sein Leben Jesus übergeben hat, das starke Verlangen, dass die Menschen, vor allem die in seinem unmittelbaren Umfeld, errettet und selig werden. Zu der angepeilten Errettung und Seligkeit gehört eben unbedingt auch ein hiesiges Leben in einer Gemeinschaft von Christen. Und dort dann nicht in erster Linie Gründe für Kritiken suchen, so real es die auch gibt. Menschen sind halt mal so und der Kritikgeist hätte da viel Freude daran und würde ständig Stoff für Kritiken liefern, so dass man zu nichts anderem mehr in der Lage ist.

In erster Linie Gott, Jesus und den Heiligen Geist, Liebe, Frieden und Freude suchen und dann erst zur geeigneten Zeit, am richtigen Ort und mit passenden Worten Kritik üben (1Petr 4,11).

Und nicht vergessen: die Wahrheit am falschen Ort, zur falschen Zeit, mit den falschen Worten, zu den falschen Leuten gesagt, verliert ihre Früchte. Ja, mehr noch, sie kann dann eine Keule werden, die den anderen erschlägt.

Das Wirken des Heiligen Geistes aber wird so erfahrbar, wenn du deinem Gegenüber klar machst, dass seine Lügen entdeckt sind, ohne dass du ihn als Bruder und Freund verlierst.



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* Seite 2.

Das nächste, was zur öffentlichen Seite des Christseins gehört, ist, dass man das, was man in Jesus hat, auch mit dem Mund bekennt. Solange wir nicht den Mut haben, unseren Heiland zu bekennen, solange sind wir keine rechten Christen! Jesus sagt: „Wer mich bekennt vor den Menschen, den will auch ich bekennen vor meinem himmlischen Vater.Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will auch ich verleugnen vor meinem himmlischen Vater“ (Mt 10,33.34).

Schrecklich wird es am Gerichtstag sein, wenn Christenmenschen zum Herrn sagen, dass sie ja auch an ihn geglaubt haben, er aber zum Vater antwortet, dass er sie nicht kennt. Zum Beispiel haben deine Freunde, deine Bekannten und Verwandten Kollegen, deine Nachbarn usw. nie gewusst, dass sie geradewegs zur Hölle laufen. Und du hast sie nie davor gewarnt, du hast ge-schwiegen, obwohl dir selbst ja der Weg zum Leben bekannt ist, du hast geschwiegen, wenn es dran war deinen Heiland zu bekennen.

Ein kleines Beispiel: Er war Lehrling in einer Baufirma. Und als „Stift“ hat man da ja so gut wie nichts zu melden. Der Montag war ihm immer ein Gräuel. Jeden Montagmorgen, zur Brotzeit um 9 Uhr, lief im Brotzeitwagen immer das gleiche blöde Ritual ab. Alle erzählten, was sie über’s Wochenende Schändliches getrieben haben: Saufereien, Schlägereien, Mädchengeschichten zu Hause oder auf berüchtigten Parties, Berichte über die neuesten Pornos, Hasch- und Kokainfeten usw. usw.! Plötzlich wurde die Frage an den Lehrling gerichtet:„Und was hat unser Stift denn so getrieben, am Wochenende?“ „Samstags war ich auf einer Jugendfreizeit, vom CVJM. Und so um 10 Uhr am Sonntagmorgen bin ich in den Gottesdienst gegangen. Danach war eine Taufe mit einem anschließenden Fest, das bis zum Abend dauerte und sehr schön war“ berichtete er. Die Gesellen und Meister fingen an lauthals zu lachen und zu spötteln. Der kleine Lehrling stand wie belämmert da.Und während die „Großen“ verbal über ihn hergefallen sind, packte ihn großer Zorn und er schrie: „Warum darf man Sünden und andere Schändlichkeiten in der Christenheit laut bekennen und seinen Heiland nicht?“ Und in diesem Augenblick entschloss er sich, die Lehrlinge der Firma für Jesus zu gewinnen. Was ihm so nach und nach auch gelang. Er verkündete das Evangelium und lud die jungen Leute zu Freizeiten und Jugendgottesdiensten ein. Noch während seiner Lehrzeit besucht er Abendschulen, so dass er nach Lehrabschluss studierte. Heute ist er Bauingenieur und leitet dieses große Bauunternehmen, in dem er seine Lehrzeit absolvierte. Gott hat ihn gesegnet. Viele seiner damaligen Lehrlingskameraden blieben ebenfalls in dieser Firma und sind Poliere oder Bauleiter geworden. Insoweit haben sich auch die allmontäglichen Gesprächsthemen, zur Morgenbrotzeit in den Bauwägen geändert.

Viele andere Beispiele und Zeugnisse könnten noch gebracht werden, was allerdings den Rahmen hier sprengen würde. Dennoch können wir in diesem Zusammenhang erkennen, dass das Christsein eben auch eine äußerst wichtige öffentliche Seite hat. Christen schließen sich in Gemeinschaften zusammen, sie treffen sich zum Gottesdienst, zu Haus- und Bibelkrei-sen und sie machen den Mund auf und bekennen ihren Herrn und Gott. Und die Welt wird merken, dass Gott in Jesus ein Feuer angezündet hat. Amen!



* Aus dem Psalm 127

Wenn der Herr das Haus nicht baut, ist die Arbeit umsonst.

Wenn der Herr nicht die Stadt bewacht, wacht der Wächter umsonst.

Ihr steht frühmorgens auf und gönnt euch erst spät am Abend Ruhe, um das sauer verdiente Brot zu essen.

Doch ohne Gottes Segen ist alles umsonst!

Denn Gott gibt denen, die ihn lieben, alles Nötige im Schlaf!

Auch Kinder sind ein Geschenk des Herrn; wer sie bekommt, wird damit reich belohnt.

Die Söhne eines jungen Mannes sind wie Pfeile in der Hand eines Kriegers.

Wer viele solcher Pfeile in seinem Köcher hat, der ist glücklich zu nennen.

Seine Söhne werden ihm Recht verschaffen, wenn seine Feind ihn vor Gericht anklagen.



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AMEN! + + +